Leistungen

‚Ob im Büro oder im Homeoffice, sämtliche Leistungen wurden auch während der Pandemie in der gewohnten Qualität und fristgerecht erbracht.‘

Carlo Natale

Rückblick aus Leistungssicht – zwei neue Leistungen und eine Pandemie

Vaterschaftsurlaub: Nicht weniger, nicht gleich viel, sondern mehr!

Im Vorfeld wurde lange darüber diskutiert, ob die Väter von ihrem neuen Recht, dem Vaterschaftsurlaub ab dem 1. Januar 2021, auch Gebrauch machen würden. Entsprechend schwierig war die Ressourcenplanung und die Abschätzung der Anzahl Anmeldungen im Vergleich zur Mutterschaftsentschädigung. Das Resultat hat alle überrascht. Nicht weniger, nicht gleich viel, sondern mehr! Nachdem in den ersten Monaten die Vaterschaftsanmeldungen noch zögerlich eintrafen, hatten diese ab den Sommermonaten die Mutterschaftsanmeldungen bereits eingeholt und gleich auch überholt (+5% ab der zweiten Jahreshälfte). 

Betreuungsentschädigung: In vielerlei Hinsicht nicht einfach.

Sowohl die Einführung wie auch die Umsetzung dieser per 1. Juli 2021 neuen Leistung hat sich wie erwartet als 'nicht einfach' erwiesen. Nicht einfach, weil einerseits die Leistungsanfragen aus zum Teil sehr schwierigen Lebenssituationen gestellt wurden und andererseits die so wichtigen Erfahrungswerte für eine korrekte und speditive Fallabwicklung noch nicht vorhanden waren. 

Corona-Entschädigungen: Hoffentlich ein Auslaufprodukt

Das Berichtsjahr war geprägt von zahlreichen Anpassungen. Insbesondere Personen in Quarantäne und besonders gefährdete Personen stellten der EAK Leistungsanträge. Nachdem im ersten Corona-Jahr 2020 noch 1‘476 Fälle entschädigt wurden, waren es im Berichtsjahr dreimal mehr. Obwohl die Corona-Entschädigungen für die betroffenen Personen sehr wichtig sind und ihren Zweck erfüllen, ist der Wunsch gross, dass es sich hierbei um ein Auslaufprodukt handelt.

Sachbearbeiter EAK sortiert Briefpost

Kundenzufriedenheit: Rentnerinnen und Rentner schätzen die hohe Fachkompetenz

Die Sektion Leistungen erhebt seit dem Jahr 2009 die Zufriedenheit der Neurentnerinnen und Neurentner in einem Vierjahresrhythmus. Im Jahr 2021 wurde eine weitere Befragung durchgeführt, welche erstmals ausschliesslich online erfolgte.

Die Kundenzufriedenheit, welche in den Vorjahren bereits auf einem hohen Niveau war, konnte erfreulicherweise nochmals leicht gesteigert werden. Die Dienstleistungskriterien Erreichbarkeit, Bearbeitungszeit, Freundlichkeit und Kompetenz wie auch der Gesamteindruck standen dabei im Fokus. 98% der befragten Rentnerinnen und Rentner schätzten vor allem die hohe Fachkompetenz der EAK-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Kennzahlen AHV und IV

Bearbeitete AHV- und IV-Leistungen sowie Rentenvorausberechnungen 

In der AHV wurden Leistungen in der Höhe von CHF 1‘950 Mio. erbracht (Vorjahr CHF 1‘929 Mio.). Die IV-Leistungen haben gegenüber dem Vorjahr um CHF 1 Mio. zugenommen und betrugen CHF 122 Mio. Nachdem im letzten Jahr die Nachfrage nach Rentenvorausberechnungen erstmals unter 3‘000 Anfragen gesunken war, stieg sie im Berichtsjahr wieder deutlich an (+10.7%).

Kennzahlen Leistungsarten AHV
Leistungsarten AHV 2020 2021
Altersrenten 78'115 78'778
Zusatzrenten Ehepartner 17 12
Kinderrenten 689 754
Witwen- und Witwerrenten 2'107 2'041
Waisenrenten 626 639
Hilflosenentschädigungen 2'876 2904
Total 84'430 85'128
Kennzahlen Leistungsarten IV
Leistungsarten IV 2020 2021
Invalidenrenten 4'046 3'960
Kinderrenten 978 949
Hilflosenentschädigungen 304 308

Total

5'328 5'217

Invalidentaggeld

Mit 811 bearbeiteten Fällen wurde zum zweiten Mal in Folge die 800er-Grenze überschritten. Im Mehrjahresvergleich nehmen die Fälle im Bereich der Invalidentaggelder weiterhin leicht zu

Portraifoto Mitarbeiterin Leistungen, Eidgenössische Ausgleichskasse EAK

Elternentschädigung

Die Familien- und Kinderbetreuung hat für die EAK im Jahr 2021 an Bedeutung gewonnen. Mit den neuen Leistungen im Bereich der Elternentschädigung, der Vaterschafts- und der Betreuungsentschädigung, wurde das Aufgabengebiet noch vielseitiger. 

Vaterschaftsentschädigungen

Väter haben innerhalb der ersten sechs Monate nach Geburt des Kindes Anspruch auf zwei Wochen Vaterschaftsurlaub (maximal 14 Taggelder). Als Entschädigung für den Verdienstausfall erhalten sie 80% des durchschnittlichen AHV-pflichtigen Erwerbseinkommens vor der Geburt, höchstens aber CHF 196 pro Tag.

Trafen anfangs Jahr noch ein paar wenige Anmeldungen ein, wurde die Anzahl der Mutterschaftsentschädigungen ab dem zweiten Semester bereits erreicht und in einzelnen Monaten sogar überschritten. Total verarbeitete die EAK im 2021 1‘137 Vaterschaftsfälle mit einem Leistungsvolumen von rund CHF 3.0 Mio.

Betreuungsentschädigungen

Eltern, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen oder einschränken müssen, um ein wegen Krankheit oder Unfall gesundheitlich schwer beeinträchtigtes minderjähriges Kind zu betreuen, haben Anspruch auf einen 14-wöchigen Betreuungsurlaub.

Wie erwartet, erwies sich der Abklärungsaufwand für die Festsetzung der ersten Anträge für eine Betreuungsentschädigung als sehr hoch und intensiv. Im Vergleich zu den Mutterschaftsentschädigungen (ca. 1‘738 Fälle/Jahr) und den Vaterschaftsentschädigungen (ca. 1‘137 Fälle/Jahr) wurden im Berichtsjahr 7 Fälle mit einem Leistungsvolumen von Total CHF 24‘334 abgerechnet. Für die Zukunft rechnet der Fachbereich Taggelder mit rund 20 bis 30 Betreuungsentschädigungen pro Jahr.

Mutterschaftsleistungen

Erwerbstätige Mütter haben für die ersten 14 Wochen, bzw. 98 Tage nach der Geburt des Kindes Anspruch auf eine Mutterschaftsentschädigung. Die Mutterschaftsentschädigung beträgt 80% des durchschnittlichen Erwerbseinkommens, welches die Mutter unmittelbar vor der Niederkunft erzielt hat, höchstens aber CHF 196 pro Tag. 

Die Anmeldungen für die Mutterschaftsentschädigung (+9.4%) wie auch jene für die Mutterschaftsversicherung des Kantons Genf (+25%) haben deutlich zugenommen. Von den insgesamt CHF 26.39 Mio. entrichteten Mutterschaftsleistungen betrug der Anteil der Mutterschaftsversicherung des Kantons Genf 0.92%.

Erwerbsersatzordnung

Wer Dienst leistet in der schweizerischen Armee, im Zivilschutz, im Rotkreuzdienst, im Zivildienst oder wer an eidgenössischen oder kantonalen Leiterkursen von J+S oder Jungschützenleiterkursen teilnimmt, hat Anspruch auf Erwerbsausfallentschädigung. Für Erwerbstätige beträgt die Grundentschädigung 80% des durchschnittlichen vordienstlichen Einkommens, zuzüglich der Kinderzulagen. Die Gesamtentschädigung darf bei Erwerbstätigen das durchschnittliche vordienstliche Erwerbseinkommen, auf jeden Fall aber 245 Franken pro Tag, nicht übersteigen.

Mit 22‘505 verarbeiteten EO-Anmeldungen im 2021 hat die Anzahl der erledigten Fälle gegenüber dem Vorjahr wieder zugenommen. An die Versicherten und Arbeitgebenden wurden dabei CHF 33.5 Mio. (2020: CHF 30 Mio.) EO-Entschädigungen ausgerichtet. 

Coronaentschädigungen

Das Jahr zwei der Corona-Pandemie war geprägt von zahlreichen Änderungen der Anspruchsvoraussetzungen für die Leistungen. Die EAK informierte ihre Mitglieder über die Homepage www.eak.admin.ch stets über die Anpassungen und die aktuell geltenden Bestimmungen. Gleichzeitig arbeiteten die Softwareingenieure mit Hochdruck an der Umsetzung der Neuerungen in den Informatiksystemen. Dank dem engagierten Einsatz aller beteiligten Personen konnten die Leistungen zeitgerecht berechnet und ausgerichtet werden. 

Im Berichtsjahr bearbeitete die EAK 4‘273 Leistungsgesuche und bezahlte CHF 6‘694‘362 an die Versicherten aus. Da der EAK keine Selbständigerwerbenden angeschlossen sind, wurden die Entschädigungen ausschliesslich für Personen in Quarantäne und für gefährdete Personen ausgerichtet.

Portraitfotos zwei Sachbearbeiterinnen Leistungen

Letzte Änderung 26.01.2023

Portraitfoto Herr Carlo Natale

Carlo Natale

Leiter Sektion Leistungen

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